Künstliche Intelligenz ist mehr als nur ausgeklügelte Software. Sie ist für eine immer größere Anzahl von Menschen eine Beraterin, Ideengeberin, Ansprechpartnerin und Helferin in der Entscheidungsfindung. Unter dem Titel "Decision Making" widmete sich das diesjährige Philosophicum der Frage, wie KI das menschliche Entscheiden beeinflusst und wie man mit dieser Entwicklung umgehen soll.
Die Vorträge von Informatikerin Prof.in Elisabeth Lex (TU Graz), von Psychologe Arndt Schäfer (Uni Graz) und KI-Ethikerin Prof.in Laura Crompton (TH Ingolstadt) spannten einen breiten Bogen über ein immer wichtiger werdendes Thema. Elisabeth Lex brachte in ihrem Vortrag näher, wie KI eigentlich funktioniert, was die Grenzen der Technologie sind und welche Rolle Emotionen heute dabei spielen. Besonders Algorithmen, die im Bereich von Social Media eingesetzt werden, setzen dabei auf Anstößiges, Offensives und Aufrührendes, um Menschen emotional zu beeinflussen und an die jeweiligen Plattformen zu binden. Sie hielt dabei ein starkes Plädoyer für die menschliche Kreativität und von KI und Algorithmen unabhängige Entscheidungskraft, die nicht verloren gehen dürfe.
Auch Arndt Schäfer betonte, dass ein genaues Wissen um das, was KI kann, notwendig ist, damit man mit ihr gut umgehen könne. Er thematisierte v. a., wie und wann Menschen Vertrauen zu Maschinen und KI entwickeln und welche Problematiken dabei auftreten können. Laura Crompton warf ebenso den Blick auf die Art und Weise, wie Mensch und KI interagieren und warf die Frage auf, wie man diese Interaktion grundlegend verstehen sollte. Sie machte deutlich, dass die Vorstellung der völligen Autonomie des Menschen durch die Art und Weise, wie die Mensch-KI-Interaktion beschaffen sei, immer schwieriger werde. Dabei thematisierte sie, was Handeln in diesem Fall heißen könnte.
Im Podiumsgespräch traten alle drei Referent:innen für die menschliche Entscheidungsfähigkeit ein. Einstimmig wurde deutlich gemacht, dass man den Menschen nicht unterschätzen solle und damit rechnen dürfe, dass menschliche Einsicht und Kreativität Perspektiven aufwerfen könne, die so schnell nicht technologische abgelöst werden. Im gleichen Atemzug dürfe man auch KI nicht völlig abtun, da es auch verantwortungsvolle und gut gelingende Aufgaben gebe, die KI erledigen könne. Entscheidend ist, dass ein ethisch verantworteter Umgang, der die Umwelt und die psychische Gesundheit von Menschen beachtet, entscheidend sei.
In Kooperation mit dem Institut für Philosophie an der Kath.-Theol. Fakultät Graz