Esther Strauß, Oma war kein Nazi

Mit Mitte 20 fragt die Künstlerin Esther Strauß ihre Großmutter, ob sie NSDAP- Mitglied gewesen sei. Die Großmutter, die zwei Jahre lang als Schreibkraft im Büro von HJ-Gebietsführer Otto Weber gearbeitet hat, verneint. Nach ihrem Tod findet Strauß ihre NSDAP- Mitgliederkarteikarte im Bundesarchiv Berlin. In der Ausstellung Oma war kein Nazi fragt die Künstlerin am Beispiel ihrer Großmutter nach der Rolle von Frauen als Täterinnen, Profiteurinnen und Zusehenden, aber auch nach der Rolle der Nachkommen.
Welche Performativität haben Lügen? Was bedeutet es, in ihnen aufzuwachsen? Welchen Einfluss hat es auf die politische Gegenwart, sich mit ihnenwenn wir uns mit ihnen konfrontieren? Strauß’ Auseinandersetzung mit ihrer Familie trifft in der Leechgasse 24 auf ein weiteres Stück verschütteter NS-Geschichte. Eigens für die Ausstellung initiierte Recherchen des Ludwig Boltzmann Instituts haben gezeigt, dass das Gebäude der Sitz der bisher kaum beforschten erforschten Grazer NS-Frauenschaft gewesen ist.
Zu sehen bis FR 6. NOV
In Rahmen von steirischer herbst 26 / Partnerprogramm