Red Horse - Sasha Kurmaz

2016 war der ukrainische Künstler Sasha Kurmaz erstmals in der Grazer Andräkirche und war beeindruckt von der Präsenz zeitgenössischer Kunst in einem katholischen Kirchenraum. Seither hat sich viel verändert in seiner Heimat. Seit 2022 verarbeitet er den Krieg in der Ukraine in seinem fortlaufenden Projekt "Red Horse": im apokalyptischen Bild der Bibel bündelt sich der Überfall Russlands. In Form eines visuellen Tagebuchs dokumentieren Collagen das Leben im Krieg und dessen Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. Fotografien, Notizen, Zeichnungen und gefundene Objekte verbinden sich zu vielschichtigen Arbeiten, die persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Realität und das Kriegsgeschehen als Einbruch in die Alltagswelt sichtbar machen. Neueste Arbeiten aus dem umfassenden Werkzyklus laufen in einem Band, das sich den liturgischen Wegen im Kirchenraum in die Quere stellt, auf die von Otto Zitko mit einem flammenden Liniengeflecht gestaltete Andreaskapelle zu. Das zentrale Bild auf dem barocken Altar in der Kapelle fehlt. Die aus der Mitte gerückte, gotische Skulptur zeigt den Apostel Andreas, der sowohl in der Ukraine als auch in Russland als Landespatron verehrt wird.