4000 Jahre Niederlagen

Österreich hat eine lange Geschichte, die nicht immer glorreich war. Roland Gratzer hat die Pleiten und Pannen in dem sehr unterhaltsamen Buch „4000 Jahre Niederlagen – Österreichs beste Geschichten vom Scheitern“ zusammengefasst.
Wo viel Freude ist, ist auch viel Leid. Da hat das Land einiges zu bieten, z. B. die Machenschaften des Adels. Aus einem flotten Dreier erwächst eine schlimme Inzucht, inklusive unfähige Herrscher. Auch die Gründung von Kolonien in Brasilien lief komplett schief. Die Hexenprozesse in der Steiermark erschütterten das Volk zutiefst. Keiner konnte keinem mehr trauen. Es gab einen Schachtürken, angeblich eine Maschine, aber mit menschlichem Innenleben. Auch die ersklavten Schwabenkinder, die von Tirol verschickt wurden, hatten keine schöne Kindheit. Tödlich endete Franz Reichelts Sprung mit einem selbst entwickeltem Fallschirm von Eiffelturm in Paris. August Musger, ein Pfarrer, war der Erfinder der Zeitlupe. Das Patent schnappte sich ein anderer. Brutal waren die Würfelspiele um Leben und Tod während der Bauernkriege. Michael Gaismair, ein vergessener Rebell aus Tirol, machte am Ende einen Fehler. Oberst Redl spionierte für Russland. Ein nicht abgeholter Brief auf dem Postamt ließ ihn auffliegen. Da war noch der Biologe Paul Kammerer, der seine eigenen Theorien veröffentlichte und scheiterte. Die Ehe des gerissenen Waffenkönigs Fritz Mandl mit der Hollywood-Diva Hedy Lamarr war eine besondere Fernbeziehung. Schließlich gehört auch Thomas Forstner mit seiner recht kurzen Gesangskarriere mit in das Buch.
Zum Autor:
Roland Gratzer (geb. am 26. Juni 1983 in Graz) ist ein österreichischer Radiomoderator, Journalist, Schauspieler, Künstler, Regisseur und Drehbuchautor. Er lebt und arbeitet in Wien.